Johanniskrautöl ist ein Mazerat aus den Blüten des Getüpfelten Johanniskrauts in Olivenöl.
Dieser Auszug wirkt ausgesprochen schmerzlindernd bei rheumatischen Beschwerden. »Es geht bis in die Knochen« – dieser Ausspruch einer befreundeten Krankenschwester trifft es genau. Die muskelentspannende Wirkung des Johanniskrautöls ist bekannt; außerdem wirkt es wundheilend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, antibakteriell und stark antiviral.
Überdies ist es hautpflegend und hilfreich bei Hautproblemen sowie zur Nachbehandlung von Verbrennungen. Die Spezialität des Johanniskrauts ist seine beruhigende und nervenstärkende Kraft, die seelisch aufhellende und belebende Wirkung. Insbesondere an trüben Wintertagen vermittelt das Öl das Gefühl, sich damit ein wenig Sonne und Wärme auf die Haut zu zaubern.
Johanniskrautöl hat sich bewährt in Einreibungen nach dem Sport zur Regeneration der Muskulatur, bei stumpfen Verletzungen und bei rheumatischen Beschwerden. Außerdem fördert es einen guten Wundheilungs- und Vernarbungsverlauf. Zudem ist es mit seiner durchblutungsfördernden Eigenschaft ein wichtiger Bestandteil von Dammmassageölen.
Innerlich genommen, wirkt Johanniskrautmazerat stimmungsaufhellend, emotional ausgleichend, leicht antidepressiv. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen diese Eigenschaften vermutlich auf das Zusammenwirken der roten Farbstoffe mit den ätherischen Ölen der Johanniskrautblüten zurück.
Wichtiger Hinweis
Immer wieder ist zu lesen, dass Johanniskrautöl photosensibilisierend wirken soll. Das stimmt nicht. Untersuchungen von Prof. Dr. med. Schempp von der Universität Freiburg (Dermatologe und Biologe) haben eindeutig nachgewiesen, dass Johanniskrautcreme und -öl keine klinisch relevanten photosensibilisierenden Wirkungen ausübt. Seien Sie bei Babys bitte trotzdem vorsichtig! Denn Babyhaut ist weitaus sensibler als die getestete Erwachsenen-Männerhaut.
So lautet auch laut Prof. Schempp [mündliche Mitteilung] bei Babys weiterhin die Devise: nach einer Johanniskrauteinölung für ca. vier Stunden nicht nackt in die Sonne stellen.
Johanniskraut wird etwa von Juli bis September gesammelt (je nach Region), wenn es in voller Blüte steht. Um die Pflanze sicher zu identifizieren, benutzen Sie bitte ein Bestimmungsbuch oder lassen Sie sich von einem pflanzenkundigen Menschen helfen. Typische Merkmale sind die fein durchlöcherten (perforierten, daher der botanische Name) Blätter. Sie sehen es, wenn Sie diese gegen das Licht halten. Beim Zerreiben der Blüten verfärben sich die Finger dunkelrot.
250–300 g frisch gepflückte, über Nacht getrocknete und von Ungeziefer gesäuberte Blüten in einen Mörser oder Teller geben, mit einem Stößel oder Löffel zerquetschen und mit 1 Liter Olivenöl in ein helles Einmachglas geben und gut abdecken. Etwa 4 Wochen ins Sonnen- beziehungsweise Tageslicht stellen.
Anschließend das jetzt erdbraun bis dunkelrot gefärbte Öl durch ein feines Sieb in eine große, saubere Braunglasflasche gießen und dunkel aufbewahren. Das Öl muss nicht unbedingt tiefrot werden; auch wenn es heller bleibt, ist es sehr wirksam. Das Mazerat ist etwa 1 Jahr haltbar.
Als Alternativen zum Olivenöl bieten sich beispielsweise Sesam-, Macadamianuss- (extrem hautpflegend) oder Sonnenblumenöl als Basisöl an.
Geeignet für folgende Anwendungen
Zitiert nach Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege!. Stadelmann Verlag, 2025. ISBN 978-3-943793-68-0 – Mit freundlicher Genehmigung des Stadelmann Verlags.